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McDonnell Aircraft Corp.


Die McDonnell Aircraft Corp. war ehemals ein US-amerikanisches Unternehmen der Luft- und Raumfahrtindustrie. Sie fusionierte 1967 mit der Douglas Aircraft zur McDonnell Douglas Aircraft Corp.

Gründer
James Smith McDonnell, geboren am 09. April 1899 in Denver, Colorado, als Sohn eines Baumwollhändlers. Aufgewachsen in Little Rock, Arkansas. Stationen seines Lebens: Physikstudium in Princeton, weiterführende Studien der Luftfahrttechnik am MIT (Massachusetts Institute of Technology) mit Abschluss 1925. Anstellung als Luftfahrtingenieur und Pilot bei Huff Daland Airplane Co. in Ogdensburg, N.Y. Chefingenieur bei Glenn L. Martin Aircraft Co. Am 06. Juli 1939 gründete er die McDonnell Aircraft Corp. in St. Louis, Missouri, mit 15 Angestellten. Innerhalb von 30 Jahren vergrößerte er seine Firma zum führenden Hersteller von Kampfjets und baute das erste Raumfahrzeug, das einen Amerikaner ins Weltall transportierte. 1967 Fusion mit Douglas Aircraft. 1971 übergab er die Präsidentschaft der Firma an seinen Neffen Sanford N. McDonnell. James McDonnell blieb im Vorstand bis zu seinem Tod im Jahr 1980. Er erhielt während seiner Karriere zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen wie z. B. die Guggenheim Medaille, Robert Collier Trophy, NASA Public Service Award. Er war außerdem UN-Vorsitzender für die US-amerikanische Mitgliedschaft.
Gestorben am 22. August 1980.



Firmengeschichte
Gründung am 06. Juli 1939 in Lambert Field bei St. Louis, Missouri, mit zunächst 15 angestellten Mitarbeitern. Der erste Auftrag waren Teile für Stinson Aufklärungsflugzeuge, im Wert von 7.672 $. Durch den zweiten Weltkrieg stieg die Nachfrage. Bereits 1941 standen 400 Mitarbeiter auf der Lohnliste und die Anzahl stieg auf 5.212 als Höchstwert durch die Kriegsproduktion. McDonnell produzierte Flugzeugteile auch für Boeing und Douglas Aircraft.

Im März 1940 gehörte McDonnell zu den Firmen, die nach Vorschlägen für Kampfflugzeug-Konstruktionen gefragt wurden. Mit seinen ersten beiden Vorschlägen konnte er sich im Wettbewerb nicht durchsetzen, sein dritter Vorschlag verschaffte ihm jedoch die Geldmittel um 2 Prototypen zu bauen. Es handelte sich um ein einsitziges Langstrecken-Kampfflugzeug, das von der armerikanischen Airforce XP-67 genannt wurde. Der erste Flug war am 06. Januar 1944. Zu diesem Zeitpunkt war die FH-1 Phantom Fighter noch auf dem Zeichenbrett, denn während der Arbeit an der propellerbetriebenen XP-67 erhielt die Firma von der Air Force den Auftrag, das erste düsengetriebene Kampfflugzeug zu bauen. Dies wurde die XFD-1 (Erstflug am 26. Januar 1945), aus der sich dann die FH-1 Phantom entwickelte. Der Weltkrieg war beendet, bevor die XFD-1 in Produktion gehen konnte, aber die FH-1 Phantom war die erste einer langen Reihe von erfolgreichen McDonnell Kampfjets. Sie war am 21. Juli 1946 auch das erste Flugzeug, das auf einem Flugzeugträger (es war die USS "Franklin. D. Roosevelt") sowohl landete als auch startete.



Mit der Phantom FH-1 begann eine langjährige Zusammenarbeit mit der Navy. 62 davon wurden gebaut und es war das schnellste Kampfflugzeug im 2. Weltkrieg. Es folgten die schnellere und größere F-2 Banshee (895 Flugzeuge), die im Koreakrieg eingesetzt wurde. Im Jahr 1951 folgten 522 F-3 Demons, die gelenkte Luft-Luft-Raketen abfeuern konnten. Daraufhin wurde die F-101 Voodoo produziert (Erstflug am 29. September 1954), das schnellste taktische Kampfflugzeug im Dienst zu jener Zeit. Schließlich folgte die F-4 Phantom II (Erstflug am 27. Mai 1958), die durch den Vietnamkrieg bekannt wurde und in 2-facher Schallgeschwindigkeit fliegen konnte. Die letzte in St. Louis gebaute Phantom wurde 1979 ausgeliefert.

Bereits 1942 setzte McDonnell lochkartengesteuerte Computer ein, um mathematische Probleme in der Entwicklung rasch zu lösen. McDonnell arbeitete hier eng mit IBM zusammen. Die Phantom II (Erstflug am 17. Mai 1958) wurde zwischen 1954 und 1955 mit Hilfe von Computertechnik designt und entwickelt. Selbst Testflüge wurden mit dem Computer simuliert.



Um die Möglichkeiten der Rotorkraft zu erforschen investierte James McDonnell 1942 in die Platt-LePage Aircraft Co., die den ersten von der Army georderten Helikopter - den XR-1 - produzierte. 1943 begann McDonnell selbst einen Helikopter zu bauen: den XHJH-1 Whirlaway für die Navy. Der einzige Prototyp hatte 2 Haupt-Rotoren, die auf kurzen Flügeln montiert waren. Nach seiner Fertigstellung 1945 war der Whirlaway der bis dahin größte Helikopter, der sich bis dahin in die Luft erhoben hatte. Der Erstflug war am 27. April 1946.
Es folgten der XH-20 Little Henry (Erstflug 1947) und der größere McDonnell Model 79 Big Henry (Erstflug 26. März 1952), die jedoch beide für eine Produktion zu laut und zu spritfressend waren. Dahingegen war das 1952 startende Projekt McDonnell Model 82 Convertiplane erfolgreich: Es brachte 2 Prototypen des von der Army XV-1 genannten Helikopters hervor. Es handelt sich hierbei um ein Flugobjekt, das zunächst wie ein Helikopter senkrecht startet und anschließend wie ein Flugzeug in herkömmlichen Flug übergeht.

Im 2. Weltkrieg wurde durch McDonnell die Gargoyle Glide Bomb gebaut. Dieser pilotenlose Bomber sollte ein Gegengewicht zur deutschen Rakete V-1 darstellen. Die Gargoyle wurde ausgiebig getestet (Erstflug 1944) jedoch niemals eingesetzt. Es folgten die 1945 gebaute Katydid missile und 1949 die Kingfisher anti-ship missile. Der vierte von McDonnell gebaute luftfahrzeuggestützter Flugkörper war 1958 die Quail (von der USAF GAM-72 genannt). Diese kühlschrankgroßen Raketen wurden durch B-52 transportiert und sollten das Feindfeuer von den zielgebundenen Bombern ablenken. Zusätzlich baute McDonnell Teile für die Talos Boden-Luft-Raketen der US Navy.
Daneben engagierte sich McDonnell gegen Ende der 50er Jahre in der experimentellen Forschung bezüglich Metall und anderem Material in Gleitflügen in große Höhen (obere Atmosphäre) und in großer Geschwindigkeit (bis zu 18-facher Überschallgeschwindigkeit). Dieses erfolgreiche Programm bewies, dass Flugzeuge die obere Atmosphäre durchqueren und wieder in die Erdatmosphäre zurückgelangen können.



Am 12. Januar 1959 wurde McDonnell dazu ausgewählt, Amerikas erstes insassengesteuertes Raumfahrzeug zu bauen. Das Ziel war damals, einen Menschen in einen Orbitalflug um die Erde zu bringen, und das Projekt hieß Mercury. McDonnell stellte die Mercury Kapseln her. Am 5. Mai 1961 war der Astronaut Alan Shepard an Bord einer solchen Kapsel der erste Amerikaner im Weltall. Am 20. Februar 1962 war John Glenn der erste Amerikaner in einer Umlaufbahn um die Erde, ebenfalls in einer solchen Kapsel. Die Mercury Kapseln wurden von einer Bodencrew gesteuert, wobei der Astronaut die Eingaben manuell übersteuern konnte.
Nachfolgend wurden von McDonnell die Gemini-Kapseln für 2-Mann Besatzung konstruiert. Diese wurden vorrangig von der Crew gesteuert. Die erste solche Crew waren Virgil Grissom und John Young am 23. März 1965. Das Gemini-Programm bedeutete den Übergang vom Mercury Projekt zu der tatsächlichen Mondlandung. Zwischen März 1965 und dem 11. November 1966 wurden 10 bemannte Missionen durchgeführt. Während dieser Missionen arbeiteten die Astronauten bereits auch außerhalb der Kapsel und übten Techniken um an andere Flugobjekte anzudocken.